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The Brave


Wahrscheinlich verspürt jeder gute Schauspieler einmal den Drang, selbst Regie zu führen oder einen Film zu produzieren. Mit „The Brave“ hat sich Johnny Depp selbst verwirklicht und gleichzeitig, produziert, Regie geführt und die Hauptrolle gespielt.

Inmitten einer Müllhalde (so scheint es jedenfalls) lebt der Indianer Rafael mit seiner Frau und seinen beiden Kindern. Eigentlich möchte er seiner Familie mehr bieten als in einem heruntergekommenen Wohnwagen zu leben und sich noch gut erhaltene Gegenstände aus dem Müll zu klauben. Doch Rafael war schon mehrmals im Gefängnis und findet keine anständige Arbeit. Er folgt daher dem Tipp eines Barmanns und bekommt ein gut bezahltes Jobangebot: 50.000 $ dafür, dass er sich vor laufender Kamera foltern und töten lässt. Rafael willigt ein, denn er kann mit dem Geld nicht nur seine Frau und Kinder, sondern den ganzen Slum retten.

Er hat nur wenige Tage bis zu seinem ersten und zugleich letzten Arbeitstag. Mit einigen neuen Dingen versucht er seine Familie glücklich zu machen, doch seine Frau denkt, dass er das viele Geld für einen neuen kriminellen Job bekommen hat. Rafael sagt nur einem Menschen, was sein neuer Job wirklich beinhaltet: dem Priester. Doch dieser will ihn nicht dabei unterstützen, sich hinrichten zu lassen und faktisch Selbstmord zu begehen.

Johnny Depp hat sich mit diesem Projekt eindeutig zu viel auf einmal vorgenommen. Gefühle und Ängste, die er sonst mit Leichtigkeit zu transportieren weiß, bleiben bei „The Brave“ eindeutig auf der Strecke. Man weiß nicht, was Rafael wirklich denkt, ob er innerlich zerrissen ist oder nicht, ob er über die Worte des Priesters nachdenkt oder nicht. Dem Film fehlt etwas an der nötigen Tiefe, die eine so ernste Auseinandersetzung mit dem „Leben“ braucht. Ein wenig Stimmung erhält der Film durch Musik von Iggy Pop.

Fazit: ein interessanter Film, den man wohl nur als „independent“ bezeichnen kann.

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