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    Plötzlich Shakespeare

    Es muss schon äußerst merkwürdig sein, wenn man nach einer Hypnose im Körper von Shakespeare aufwacht. So geht es jedenfalls Rosa, die in ein früheres Leben geschickt wird, um herauszufinden, was wahre Liebe ist. Man könnte meinen, dass Shakespeare als romantischer Poet durchaus weiß, was die wahre Liebe ist, doch er ist nicht gerade hocherfreut, dass sein Körper von einer Frau besessen wird. Nach anfänglichen Komplikationen ergänzen sich die beiden Seelenverwandten allerdings ganz gut und helfen sich gegenseitig aus der Patsche. Das Buch ist äußerst spritzig, wenn man die ersten zwei Kapitel hinter sich gebracht hat. Es enthält nicht nur unglaublich viele Lebensweisheiten sondern auch einen Hang zu beißenden Kommentaren,…

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    Coriolanus

    Wer sich von diesem Film große Actionszenen erwartet, sollte ihn besser nicht ansehen. Stattdessen wird eines von Shakespeares Politdramen zu einer Wortschlacht. Neider bleiben Neider und werden mit Geringschätzung beachtet. Erzfeinde bleiben Erzfeinde, denen man mit Achtung begegnet. Das Ende ist zwar keine Lösung, wie man sie aus Schlachtenepen kennt, aber es wäre nicht Shakespeare, wenn eine Tragödie gut ausgeht. Ralph Fiennes ist mit seinem Regiedebüt eine großartige Verfilmung gelungen. Er selbst als Caius Martius „Coriolanus“ hätte vielleicht mit ein paar mehr Haaren auf dem Kopf weniger wie Voldemort ausgesehen, dennoch liefert er in gekonnter Manier die Shakespearschen Verse. Besonders hervorheben muss ich Vanessa Redgrave, die als Coriolanus‘ Mutter Volumnia…

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    Hamlet (2000)

    Shakespeare bleibt immer aktuell, das zeigt diese Verfilmung von Hamlet besonders. Getreu an Shakespeares Wortwahl erhält die Modernisierung einen zusätzlich spannenden Charakter und fordert von den Schauspielern alles. Besonders die eher unwichtigen Details heben die Verfilmung in eine andere Sphäre und geben den Worten eine erschreckende Tiefe. Ethan Hawke gibt dem Filmstudenten Hamlet etwas Besonderes. Die Gleichgültigkeit und eine innere Wut treiben ihn dazu, den verhassten Onkel bloßzustellen. Hamlets Monologe bekommen durch Zusammenspiel von Wort und Bild fast schon den Wert einer Anklage. „Sein oder nicht sein…“ in einer Videothek gesprochen, die voll von Action-Filmen ist, und im Hintergrund auf Monitoren laufende Actionszenen, gibt dem Wortlaut einen anderen Charakter, als…

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    Rosenkranz und Güldenstern

    Die Handlung dreht sich um die beiden Randfiguren aus Shakespeares „Hamlet“, die zwar die ausführenden Drahtzieher aber dennoch ungeachtet sind. Es beginnt mit einem Auftrag, den keiner kennt und einer Münze, die 157 mal auf der gleichen Seite landet. Trotz mangelnder Intelligenz und Auffassungsgabe versuchen die beiden heraus zu finden welche Aufgabe ihnen aufgetragen wurde. Tom Stoppard, der mit „Shakespeare in Love“ Erfolge erzielte, gelingt hier eine tiefsinnige Komödie mit vielen versteckten Details. Es ist eine Verfilmung von „Hamlet“ aber aus einer anderen Sichtweise, aus den Augen von Rosenkranz und Güldenstern, die man nicht auseinander halten kann, weil sie es selbst nicht können. Ihre Art, Zusammenhänge zu klären, ist verwirrend,…