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Harry Potter and the Halfblood Prince (Harry Potter und der Halbblutprinz)


Wer geglaubt hat, es könnte nach dem Disaster des 5. Films nicht mehr schlimmer werden, der hat sich getäuscht! Leider haben David Yates und Steve Kloves entschieden, den Fokus der Story auf romantische Teenie-flirts zu legen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass gleich in der ersten Szene bei jedem Harry Potter-Kenner ein großes Fragezeichen im Raum steht: Harry sitzt mit seinem „Daily Prophet“ in einem Muggle-Café – würde er das wirklich riskieren?

Hätte der Film das Ziel gehabt, die RomCom des Jahres zu werden, dann hätte er das vielleicht geschafft. Es gibt etliche Momente, wo man lauthals lachen muss. Aber mal ehrlich: DAS erwartet man eben nicht von einem Harry Potter-Film! Warum sich die Filmemacher meilenweit von der eigentlichen Story des Halbblutprinzen entfernen, ist wirklich sehr fragwürdig. Im 5. gab es zumindest noch einen Showdown am Ende und wer das gleiche beim 6. Film erwartet, wird bitter enttäuscht! Nicht nur, dass absolut wenig gezaubert wird (und wenn, dann hinter vorgehaltener Hand) – Die Death Eater (Todesser) wandern seelenruhig durch die Schule hinaus, ohne auch nur ein einziges Haar zu krümmen oder selbst angegriffen zu werden.

David Yates: Tja, was soll ich dazu noch sagen! Der Mann schafft es nicht, Leben und Dynamik in den Film zu bringen. Was er beim 5. Film verbockt hat, führt er beim 6. noch weiter. Er hätte den Film wohl genausogut mit Pappaufstellern drehen können, das hätte ein ähnlich schlechtes Ergebnis erzielt. Von Maggie Smith, Alan Rickman und Co. kann man nur annehmen, dass sie nicht mit ganzem Herz gespielt haben. Die Leistungen von Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint übertreffen sowohl sich selbst als auch die ihrer Kollegen in diesem Film. Von Jim Broadbent kann ich nur sagen, dass es eine Fehlbesetzung war. Der Film kommt nicht richtig in die Gänge (wie der 5.) und die Wärme, die Gary Oldman in Order of Phoenix noch retten konnte, geht dem Halfblood Prince total ab!

Steve Kloves: Eigentlich hatte ich erwartet, dass er etwas von dem zauberhaften Harry Potter-Charme der ersten vier Filme retten könnte. An ihn hatte ich die größten Erwartungen gestellt, und wurde bitter enttäuscht. DAS ist kein Harry Potter-Film sondern nur eine belanglose RomCom, in der selbst der größte Zauberer, Albus Dumbledore, zum Schulpsychologen wird. An welches Buch auch immer er sein Script angelehnt hat – es war nicht Harry Potter and the Halfblood Prince! Es ist kein „based on“ sondern allerhöchstens ein „somehow based on“.

Und nicht zu vergessen: Nicholas Hooper, der Soundtrackkomponist. Ich hatte mir den Soundtrack angehört, bevor ich ins Kino ging und war dann sehr erstaunt, dass es nur ein Bruchteil der Melodien in den Film geschafft hat. Bei den Weasley-Zwillingen wurde auf die Fireworks-Melodie des 5. Teils zurückgegriffen und auch sonst fehlte die emotionale Untermalung der Handlung.

Das Team hat erneut versagt! Der Film ist erneut ein Disaster ohne Tiefenwirkung! Wer sich den Film jetzt trotzdem ansehen will, der muss all sein Wissen aus den Büchern ausblenden, denn sonst hört man nicht mehr auf, den Kopf zu schütteln! Minus 5 Sterne als Harry Potter-Film, zwei Sterne als RomCom.

Die 7. Teile (es wird bekanntlich zwei Teile geben) werde ich mir jedenfalls sparen. David Yates ist für mich einer der schlechtesten Regisseure.

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