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Die Drei Reiche

Wer sich für die klassische chinesische Literatur interessiert, dem empfehle ich diese wirklich gute deutsche Übersetzung des mehrbändigen Romans von Luo Guanzhong.

„Die Drei Reiche“ berichtet von der Zeit in der chinesischen Geschichte (ca. 2. und 3. Jahrhundert), aufgeschrieben von Luo Guanzhong im 17. Jahrhundert. In der Zeit der drei Reiche musste der Han-Kaiser hilflos zuschauen, wie Eunuchen und Generäle die Macht an sich rissen. Eine der Hauptpersonen ist Cao Cao, ein gewiefter Beamter und militärischer Ratgeber, der sich bis zum Kanzler hocharbeitet und sich schließlich zum Kaiser von Wei krönen lässt. Auf der anderen Seite finden wir die drei Schwurbrüder Liu Bei, Guan Yu und Zhang Fei, die auf der Seite der Han-Dynastie stehen und diese retten und wieder aufleben lassen wollen. Diese drei bekommen Gesellschaft vom militärischen Mastermind Zhuge Liang, der erreicht, dass Liu Beis Armee auch in unwegsamen Lagen Sieg um Sieg erringt und schließlich Kaiser von Shu wird. An dritter Stelle befindet sich Sun Quan aus Wu, der zwar auch nicht auf den Kopf gefallen ist, jedoch gerne auch mal abwartet oder sich dem Verbündeten in den Rücken wirft.

Jedes Kapitel endet im Prinzip mit einem Cliffhanger, der zum nächsten Kapitel überleitet und Lust auf mehr macht. Die kriegerischen Auseinandersetzungen werden mit ihren Strategien genau erklärt und immer wieder gibt es äußerst lustige Szenen. Blutig ist es logischerweise auch, schließlich geht es um Schlachten und Kriege in der Zeit der drei Reiche.

Viele der Geschichten aus diesem Epos sind bekannt, wurden teilweise verfilmt (zum Beispiel Red Cliff und eine Serie, die sich sehr nah am Buch orientiert) und die Helden der Geschichte werden verehrt. Es ist ein Schlachten-Epos, der zu den wichtigsten chinesischen Klassikern gehört und die man kennen sollte.

Die Sinologin Eva Schestag hat mit ihrer Übersetzung das geschafft, was wenige Übersetzer – insbesondere aus dem Chinesischen – wirklich gut können: Es bleibt spannend, dem Original getreu und wirklich durchdacht. Zusätzlich liefert sie in zahlreichen Fußnoten zusammenhängende Erklärungen zu Personen, Ereignissen und Begriffen. Die Vielzahl der Namen und Orte schließt sie außerdem in einem umfangreichen Verzeichnis mit ein, so dass man jederzeit nachschlagen kann. Bei der Vielzahl an Rufnamen, Geburtsnamen, Spitznamen, Orte und Bezirke, die den Leser überrumpeln, sorgen die Fußnoten für Klarheit. Es gibt wirklich nur wenig an der Übersetzung auszusetzen und es ist ihr ein wirkliches Meisterwerk gelungen, das Vergleichbares sucht. Ich wünsche mir jedenfalls mehr dieser Art!

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