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Der junge Karl Marx (Le jeune Karl Marx)

In diesem dreisprachigen Film, in dem die Schauspieler zwischen Französisch, Englisch und Deutsch ständig hin und her wechseln, geht es um den jungen Karl Marx, seiner Frau Jenny und den Zeitgenossen Friedrich Engels, Wilhelm Weitling, Karl Grün, Hermann Kriege und weiteren.

Wir erleben mit diesem Film die Geburtsstunde des Kommunismus. Beginnend mit den revolutionären Schriften, die Marx und Engels veröffentlichten ab 1844 bis hin zur Veröffentlichung des Kommunistischen manifest im Revolutionsjahr 1848. Marx muss mit seiner Familie mehrfach den Ort wechseln, denn logischerweise sieht es der Staat nicht gerne, wenn jemand solche Schriften verfasst, die die Autorität bzw. die Ordnung im Staat gefährden.

Während Karl Marx in Paris und Brüssel am Rande der Armut lebt, versucht Friedrich Engels in England zwischen den kapitalistischen Unternehmern, zu denen auch sein Vater gehört, und der arbeitenden Unterschicht hin und her zu wechseln. Seine Frau Mary Burns, eine ehemalige Arbeiterin aus der Fabrik des Vaters, vermittelt ihm Kontakte zu „The League of the Just“, die letztendlich Marx und Engels dazu bewegen, einen neuen Leitfaden für sie zu entwickeln.

Die Schauspieler, insbesondere August Diehl (Karl Marx) und Stefan Konarske (Friedrich Engels), haben allerhand zu tun mit den ständigen Sprachwechseln, die diesen Film zu einem kulturell extrem interessanten machen. Gerade weil sie sogar mitten im Satz die Sprache ändern, wird klar, dass die Ideen und Ideologien nicht an Landesgrenzen gebunden sind und dadurch im Endeffekt über Europa hinaus verbreitet wurden. Es geht um Wortgewalt und Argumentation, um Redegewandheit und Ideen. Normalerweise bin ich kein großer Fan von deutschen Filmen, aber in diesem wird so wenig Deutsch gesprochen, dass man ihn kaum als einen solchen bezeichnen könnte – ich empfehle auch, den Film mit Untertiteln anzusehen und nicht eine komplett synchronisierte Fassung, am besten gleich die französische OV.

Wenn man sich im Karl Marx Gedenkjahr ein wenig mit seinen Ideologien und seinem Leben auseinandersetzen möchte, ist dieser Film nicht nur unterhaltsam, sondern durchaus auch lehrreich. Da sich der Film in erster Linie auf die Beziehung von Marx und Engels konzentriert, bleiben andere Freund- und Feindschaften dieser Zeit ungenannt – beispielsweise Heinrich Heine oder die Auseinandersetzung mit anderen Sozialkritikern. Dennoch kann man wohl sagen, dass der Film einige entscheidende Momente von Marxs Leben aufnimmt.

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